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Kabelanbieter im Vorteil – keine Gebühr für “letzte Meile” an Telekom

Die DSL Anbieter geraten immer mehr unter Druck und das hat mehrere Gründe.  Zum einen ist Kabel Internet in der Breitband Geschwindigkeit zurzeit die überlegenere Technologie und zum anderen haben die deutschen Kabelanbieter ein eigenes Kabelnetz bis in die Wohnung des Kunden und brauchen daher keine Gebühr / Miete für die letzte Meile an die Telekom zahlen.

Bundesnetzagentur senkte kürzlich Gebühr für “letzte Meile” auf 10,08 €  – noch zu viel?

Erst vor kurzem (Anfang April 2011) hat die Bundesnetzagentur die Gebühr / Miete für die letzte Meile auf ein neues Niveau von 10,08 € je Monat gesenkt, dies entspricht aber nur 1,2 Prozent bzw. 12 Cent (alter Mietpreis war 10,20 €  je Monat). Die Meinungen über die neue Miet-Gebühr gehen stark aus einander. Währen die Wettbewerber der Telekom (z.B. Vodafone, Alice / O2 oder 1&1) die Gebühr immer noch deutlich zu hoch finden und sich eher einen Betrag von 7 € je Monat gewünscht hätten, ist Telekom Chef van Damme nicht angetan, denn er wollte 12,90 € je Monat durchsetzen, um so nachhaltig den Breitband Ausbau in Deutschland (auch in ländlichen Regionen) zu finanzieren. Und was hat das jetzt alles mit den Kabelanbietern in Deutschland zu tun? Im Prinzip nichts, denn die Kabelanbieter haben im Regelfall ein vom Telefonnetz / Telekomnetz unabhängiges eigenes Kabelnetz bis in die Wohnung des Kunden liegen. Die Kabelanbieter (u.a. Kabel Deutschland, KabelBW (Baden-Württemberg), Unitymedia (Hessen + NRW) sowie Telecolumbus) haben daher den entscheidenen Vorteil, dass keine Mietgebühr an die Telekom fällig wird, so dass man durchaus günstige Kampfpreise für Internet und Telefon Flatrate Tarife anbieten kann, die oft unter dem DSL Niveau liegen oder für einen ähnlichen Preis mehr Leisung bieten. Nicht umsonst entscheiden sich mittlerweile an die 50% der Internet Neukunden direkt für einen Kabelanbieter, was den DSL Anbietern natürlich ein Dorn im Auge ist. Die Telekom forderte daher sogar schon die Liberalisierung der Kabelnetze, also dass auch die DSL Anbieter die Netze der Kabelanbieter anmieten können, um so dem Kunden höhere Geschwindigkeiten liefern zu können, ohne selbst das Netz weiter ausbauen zu müssen. Doch bisher hat sich in dieser Richtung nichts getan.

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Kabelanbieter im Vorteil - keine Gebühr für "letzte Meile" an Telekom

Kabel Internet ist in Kosten und Geschwindigkeit dem DSL und VDSL weit voraus

Die Kabelanbieter Kabel Deutschland, KabelBW / Kabel BW und Telecolumbus / Tele Columbus bieten mitterweile Internet Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s = 100.000 kBit/s an und Kabelanbieter Unitymedia / Unity Media (in Hessen und Nordrhein-Westfalen zuständig) sogar schon bis zu 128 Mbit = ca. 128.000 kBit/s. Das ist ein Vielfaches des schnellsten VDSL 50 Anschlusses (50 Mbit / 50.000 kbit/s im Download) und erst recht ein Vielfaches der höchsten DSL Geschwindigkeit (DSL 16000 Anschluss = 16 Mbit/s). Dies zeigt, dass Kabel Internet aktuell die überlegene Technologie für schnelles Breitband Internet ist, und das auch noch zu sehr moderaten Preisen. Nicht umsonst entscheiden sich mittlerweile fast die Hälfte der Internet Neukunden für einen Kabelinternet Anschluss statt DSL oder VDSL. Doch dies liegt nicht nur an den günstigen Preisen, sondern auch daran, dass Kabel Internet eine andere Technologie ist und damit im Prinzip die hohe Internet Bandbreite bis in fast jedes Haus liefern kann. Während die maximale DSL / VDSL Geschwindigkeit mit jedem Meter Leitung zwischen Vermittlungsstelle und Anschluss des Kunden abnimmt, so gibt es dieses Problem bei Kabel fast gar nicht. Ein Kunde, der per DSL also zum Beispiel nur light (DSL 384 kbit/s) erhalten kann, bekommt möglicherweise mit Kabel Internet 128 Mbit/s und damit die mehr als 300fache Internet Bandbreite – und das oft zu nur wenig Mehrkosten. Und Kunden, die sich für einen “langsamen” Kabelinternet Anschluss mit z.B. 32 Mbit entscheiden (doppelte DSL 16000 Geschwindigkeit) sparen gegenüber den DSL Angeboten oft Geld. Auch ein Grund, warum sich nicht nur viele Neukunden für Kabel Internet entscheiden, sondern warum auch immer mehr DSL Kunden der DSL Technologie den Rücken kehren und zu Kabel Internet wechseln. Und der Wechsel ist darüber hinaus auch reibungsloser, als zwischen zwei DSL Anbietern. Warum? Ganz einfach, bei einem Wechsel von einem zum anderen DSL Anbieter muss der alte DSL Anbieter erst den DSL Port freigeben, bevor der neue Anbieter diesen Nutzen kann – oft vergehen so 1-2 Wochen ohne Internetzugang für den Kunden. Bei Kabel Internet ist dies anders, weil das Internet künftig aus einer “anderen Dose” kommt. So wird der Kabel Internet Anschluss im Regelfall schon vor Abschaltung des DSL Anschlusses aktiviert (je nach Kabelanbieter sogar ohne Grundgebühr) und der Kunde kann so seinen Internetzugang rechtzeitig umstellen, noch bevor der DSL Anschluss abgeschaltet wird. Interesse? >>> Prüfen welcher Kabelanbieter zuständig ist

2011-05-24T17:25:56+00:00 / 2016-05-29T23:19:19+00:00 / Allgemein (Beratung)

4 Gedanken zu „Kabelanbieter im Vorteil – keine Gebühr für “letzte Meile” an Telekom“

  1. Wann merken die Anbieter endlich das sie alle Ausbauen müssen?
    Anmerkung der Redaktion: Da kann ich Ihnen nur Recht geben. Zumindest die Kabelanbieter tun dies und rüsten Ihr Netz permanent auf den Highspeed-Standard DOCSIS 3.0 um. Die Mobilfunkanbieter investieren momentan sehr viel in den Breitband Ausbau per Funk mittels LTE (Long Term Evolution). In den Jahren 1998 bis 2010 floßen ansonsten etwa 93 Milliarden Euro in den Breitbandausbau in Deutschland. Letztlich müssen sich DSL / VDSL, Kabel und LTE ergänzen.

  2. Die Kabelanbieter rüsten zwar in ihrem bestehenden Netz auf, aber was tun sie für die weißen Flecken auf dem platten Land? Dort sehe ich bisher nur die Telekom und einige andere Anbieter im Festnetz und Mobilfunknetz, die – meistens nach Ausschreibungen der Gemeinden – neue, schnelle Netze aufbauen. Für mich als Bewohner einer ländlichen Region mit einer Breitbandversorgung von ca. 1 MBit/s tut sich also nur dann etwas, wenn meine Gemeinde aktiv wird oder ich das Glück habe, dass einer der Mobilfunkanbieter hier LTE oder UMTS ausbaut (zzt. nur EGDE!). Kabelanbieter sind hier überhaupt nicht zu sehen…
    Anmerkung der Redaktion: Auch hier kann ich Ihnen grundsätzlich Recht geben, aber man muss noch etwas Differenzieren. Die Kabelanbieter haben tlw. auch im ländlichen Bereichen ein eigenes Kabelnetz und dort wird dann auch auf höhere Geschwindigkeiten umgerüstet. In Orten, wo der Kabelanbieter aber gar nicht verfügbar ist, schrecken diese oft vor den Neuinvestitionen zurück (aber es gibt auch positive Ausnahmen). Eine Ursache dafür ist aber auch darin zu sehen, dass vor 10 Jahren keiner absehen konnte, was für eine Leistung im TV Kabel steckt, ergo wurden oft zum Beispiel Neubaugebiete gar nicht mehr als Kabelnetz angeschlossen, weil die Menschen sich oft für das preiswerte Satelliten-Fernsehen entschieden haben. Und das rächt sich heute, dass in den ganzen Straßen keine Koaxialkabel liegen und ein Ausbau extrem teuer wäre. Da hat die Telekom dann den Vorteil zumindest die letzte Meile zum Haus des Kunden zu haben und ein DSL Anbieter müsste so nur das Internet in den Ort bringen. Und ich spreche da aus eigener Erfahrung, in unserem Wohngebiet gibt es inklusive uns gerade einmal 2 Kabel-TV Kunden von etwa 80 Häusern, wir haben Glück, dass vor 8 Jahren dennoch das Netz verlegt wurde. Zwischen 2008 und 2010 mussten wir dann kämpfen, dass das Netz rückkanalfähig gemacht wurde und nun haben wir zum Glück Kabel Internet 32000 statt vorher DSL 1500. Man sieht, das Thema ist sehr komplex und die Gemeinden und Bürger müssen für Breitband Internet im ländlichen Bereich oft kämpfen…

  3. Hallo, bei uns wird gerade die Straße komplett aufgerissen und Strom-, Telefon etc. neu verlegt. Es gibt das Angebot von Kabel BW sich auch Breitband verlegen zu lassen. Allerdings entstehen nur für Breitband Kosten in Höhe von 1000,– € für jedes Haus. Warum sind diese Kosten so hoch und wie sieht es mit einem späteren Anschluß aus, wenn man sich jetzt dagegen entscheidet.
    Antwort der Redaktion: Leider ist es tatsächlich so, dass der Kabelanbieter KabelBW bei den Häusern, die gar nicht an das Kabelnetz angeschlossen sind, eine recht hohe Gebühr erhebt. Diese deckt dann aber die Kosten ab, dass die Leitung von der Straße in Ihr Haus gelegt wird, also z.B. wenn ein Bagger die Straße und den Weg zu Ihrem Haus freigaben muss usw. Daher sind diese Kosten auch so hoch und ähnlich teuer, wie auch die Kosten, wenn der Energieversorger oder Wasserversorger ein neues Haus an sein Netz anschließt, wo man teilweise sogar mit mehreren tausen Euro dabei ist.

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Letztes Update dieser Seite: 29. Mai 2016