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Stiftung Warentest: Vodafone (2,4) / Telekom (2,4) / O2 (2,6) / E-Plus (3,2)

Der Hightechverband BITKOM fand heraus, dass im letzen Jahr die Deutschen insgesamt 180 Milliarden Minuten mit dem Handy telefoniert haben. Auch der Datentransfer mit den Smartphones nimmt fortwährend zu. Deshalb führte Stiftung Warentest deutschlandweit einen Test der 4 Mobilfunkanbieter durch. Getestet wurden Sprachqualität, Datentransfer und Funkqualität.

Datentransfer und telefonieren mit dem Handy nimmt zu – Stress für Mobilnetzbetreiber

Laut dem Hightechverband BITKOM haben die deutschen Bundesbürger im letzen Jahr insgesamt 180 Milliarden Minuten mit dem Handy telefoniert. Das entspricht einem Anstieg von fast 6 Prozent dem Vorjahr gegenüber. Also hat jeder Deutsche im Durchschnitt rund 37 Stunden mobil telefoniert und das heißt, das die Handynetzbetreiber (siehe connect Leserwahl Telekom vor Vodafone) immer mehr in Stress geraten, denn auch der mobile Datenverkehr per Handy nimmt weiter rasant zu. Immer mehr Menschen benutzen ein Smartphone, mit dem sie im Internet surfen, Sendungen und Videos ansehen oder runterladen und auch Musik hören. Dadurch hat sich der Datentransfer 2010 mehr als verdoppelt, nämlich auf 70 Millionen Gigabyte. Und durch die Zunahme des mobilen Telefonierens und dem wachsenden Datenverkehr müssen die Netzbetreiber ihre Mobilfunknetze ständig nachrüsten. Daraufhin kommen natürlich Fragen auf, wie zum Beispiel, leidet die Sprachqualität, kann man mit dem Smartphone überall problemlos surfen und welche Handynetze eigenen sich auch als drahtloser DSL Ersatz, um mit dem Laptop im World Wide Web unterwegs zu sein? Um diesen Fragen auf den Grund der Tatsachen zu gehen, wurde von Stiftung Warentest ein Messfahrzeug eingerichtet, um einen großen Netztest der Mobilfunkanbieter zu starten (ähnlich dem bekannten connect Netztest mobile Datennetze). Also fuhr ein Testfahrzeug mit sämtlichen Messelektroniken und 2 Fahrern abwechselnd 16 Stunden am Tag von Nord nach Süd und von West nach Ost quer durch Deutschland. Sie fuhren über Nebenstraßen und Autobahnen, durch dicht besiedelte Ballungsgebiete, Kleinstädte und übers Land, so dass sie am Ende der Testreihe auf 4.000 km kamen. Das Ergebnis fürs telefonieren mit dem Handy kann sich sehen lassen, denn die Mobilfunkverbindungen sind in Deutschland nicht zu verachten. Jedoch beim mobilen Internet konnte man klare Unterschiede bei den Netzen zwischen Stadt und Land erkennen. Übersicht Testergebnisse:

  • Telekom Mobilfunk (ehemals T-Mobile) hat mit Gut (2,4) abgeschnitten
    Die Telekom / T-Mobile erreicht knapp die beste mobile Netzverfügbarkeit. Beim Herunterladen großer Dateien liefert das Telekom-Netz die höchsten Datenraten. Selbst auf dem Land bietet es oft unteres DSL Niveau. Die durchschnittlichen Ladezeiten beim Surfen sind aber auf dem Lande länger, als bei Vodafone. Die durchschnittliche Sprachqualität ist gut. LTE Ausbau läuft.
    >>> Zur Internetseite der Telekom
  • Vodafone Handynetz hat ebenfalls mit Gut (2,4) abgeschnitten
    Vodafone erreicht bei Stiftung Warentest die niedrigste Ladezeiten beim Surfen, besonders auf dem Land. Das Vodafone Netz ist besser fürs surfen optimiert, als das der Telekom. Beim Herunterladen großer Dateien bietet es auch auf dem Land noch Datenraten auf unterem DSL Niveau. Die durchschnittliche Sprachqualität ist gut. Vodafone baut massiv LTE aus.
    >>> Zur Internetseite von Vodafone
  • O2 (Telefónica) hat mit befriedigend (2,6) abgeschnitten
    Der Drittplatzierte Mobilfunkanbieter beim Stiftung Warentest Netztest. Die durchschnittliche Sprachqualität von Telefónica O2 ist gut. Die Ladezeiten beim Surfen sind vergleichbar, mit denen im Telekom Netz. Die Datenraten bei großen Dateidownloads sind deutlich niedriger, aber immer noch erheblich höher als bei E-Plus. O2 baut ebenfalls LTE aus.
    >>> Zur Internetseite von O2
  • E-Plus ist Schlusslicht mit Note befriedigend (3,2)
    E-Plus / Base ist das langsamste Handynetz laut Stiftung Warentest Netztest (August 2011 Ausgabe). Auf dem Land ist das E-Plus Netz etwas öfter nicht verfügbar, als die anderen. Die durchschnittliche Sprachqualität ist gut. Doch Dateidownloads und surfen laufen selbst in Großstädten langsamer, als bei O2 auf dem Lande. Zum Surfen mit Smartphones mag es in den Städten reichen, für Notebook-Anwendungen dagegen nur bedingt.
    >>> Zur Internetseite von E-Plus / Base

Den ausführlichen Tests mit seinen Hintergründen und detailieren Testergebnissen finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest im Zeitschriftenhandel oder gegen eine geringe Einmalgebühr auch auf der Internetseite von Stiftung Warentest.

 

Stiftung Warentest Noten: Vodafone (2,4) / Telekom (2,4) / O2 (2,6) / E-Plus (3,2)

Die Sprachqualität via Mobiltelefon ist optimal – nur beim Datentransfer scheitert es

Als beim Stiftung Warentest Mobilfunk-Netztest die Verbindungen scheiterten, lag es meist daran, dass sie vom Netz blockiert wurde, da es gerade ausgelastet war. So stellte die Stiftung Warentest fest, dass es erstaunlich wenige Funklöcher in Deutschland gibt. Die Telekom steht bei der Netzverfügbarkeit ganz oben, dicht gefolgt von anderen Mobilfunknetzanbietern, vor allem von Vodafone. Bei der Telekom scheiterten die Anrufversuche auf dem Land unter zwei Prozent, beim E-Plus-Netz hingegen scheiterten 3 Prozent der Anrufe. Bei Stiftung Warentest Netztest in den Ballungsgebieten lag O2 mit einer Ausfallquote von 2 Prozent hinter der Telekom (1 Prozent Ausfallquote). Wer nur einen Mobilfunkvertrag zum telefonieren hat, muss sich keine Sorgen machen, denn die Sprachqualität litt im Prinzip bei keinem der Mobilfunkanbieter. Dennoch sollten sich die Einwohner, die in ländlichen Gebieten wohnen, vorher informieren, welches Netz ihre Freunde und Verwandte haben. Nicht das die Wohnung oder der Arbeitsplatz in einem der wenigen Funklöcher liegt (Tipp: Telekom Netzabdeckung sowie Vodafone Netzabdeckung online prüfen). Sollte das gewünschte Netz verfügbar sein, kann der Mobilfunkkunde bei der Suche nach dem besten Mobilfunknetz und Anbieter, nur auf die Preise schauen, wenn es nur ums mobile telefonieren geht. Bei dem Test der Stiftung Warentest, mit dem Handy ins Internet zu gehen, konnte man erhebliche Unterschiede feststellen. Wenn man mobil telefonieren möchte, reicht die alte Technik GSM völlig aus, beim surfen im Internet und dem Datentransfer ist das GSM Netz deutlich zu langsam. Bei dem modernen UMTS Netz hat man keine Probleme, auf der Datenautobahn unterwegs zu sein, jedoch nur, wenn das UMTS Netz Vor Ort mit einer Beschleunigungstechnik HSPA (HSDPA / HSUPA) aufgerüstet ist, was bei E-Plus nur selten der Fall ist. Bei der Sprachverbindung liegen alle vier Mobilfunknetzbetreiber weit oben. Geht es jedoch um den Ausbau der mobilen Datennetze, gibt es hier ein differenziertes Bild. Vor allem in den ländlichen Gebieten sind die Datenverbindungen weitaus langsamer als in den Städten. So braucht man auf dem Land länger, um eine große Datei runterzuladen, als in der Stadt. Für die Mobilfunkanbieter lohnt es sich in den Ballungsgebieten weiter auszubauen, wo mehr Kunden im World Wide Web unterwegs sein können. Beim Vergleich der Datennetze der  Mobilfunkanbieter kam heraus, das Telekom und Vodafone vorne liegen und E-Plus erheblich langsamer ist beim Datentransfer, egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Wenn es also um mobiles Surfen geht, egal ob per Smartphone, Tablet PC oder per Notebook, sollte jeder Kunde für sich entscheiden, ob eher die Geschwindigkeit und die Qualität wichtig sind oder eben ein günstiger Preis mit dafür einigen Einschränkungen beim Speed.

Mobiles Internet bei: > Telekom oder > Vodafone oder > O2 oder > E-Plus

2011-07-30T15:35:01+00:00 / 2016-09-20T16:39:16+00:00 / Allgemein (Beratung)
Letztes Update dieser Seite: 20. September 2016