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70 bis 80 Milliarden Euro für flächendeckendes Glasfasernetz nötig

Was wäre, wenn in Deutschland ein flächendeckendes Glasfasernetz aufgebaut würde? Mal ganz von den glücklichen Kunden abgesehen, wäre es eine sehr teure Angelegenheit. In einigen abgelegenen Gebieten rechnet sich ein solcher Ausbau einfach nicht und würde er dennoch in ganz Deutschland vorgenommen, lägen die Kosten bei 70 bis 80 Milliarden Euro.

Der Ausbau von flächendeckenden Glasfasernetzen ist nicht rentabel für deutsche Anbieter

Die Analysen des Wissenschaftlichen Institutes für Infrastruktur und Kommunikationsdienste GmbH ist ernüchternd. Der Bedarf an schnellen Internetverbindungen steigt von Jahr zu Jahr, aber auch wenn der Glasfaserausbau in Deutschland langsam ins Rollen kommt, ist von einem flächendeckenden Ausbau nur zu träumen. Der Grund hierfür liegt bei den Kosten für den Aufbau der neuen Infrastruktur. Der Subventionsbedarf ist hoch, selbst in dicht besiedelten Gebieten müssen hohe Auslastungen der Netze erreicht werden, um den Glasfaser Ausbau zu finanzieren. Gerade in weniger dicht besiedelten Gebieten ist ein Ausbau mit Glasfaser (FTTH / Fibre to the Home) rechnerisch ein eindeutiges Verlustgeschäft für jeden Telekommunikationsanbieter (Telekom, Vodafone, Alice und mehr), aber auch für die Kabelanbieter wie z.B. Kabel Deutschland, Kabel BW, Unitymedia oder Telecolumbus – insofern dort nicht bereits TV Netze verlegt wurden. Egal welche Netzvariante gewählt wird, die Kosten für den flächendeckenden Breitband Internet Ausbau variieren lediglich um maximal 5 %. Die höchsten Investitionen sind im Bereich von Drop-Kabeln, Hausanschlüssen und Inhausverkabelungen zu Leisten, konstante Kosten welche bei allen Netzvarianten identisch bleiben. Und auch wenn Leerrohre bereits bestehender Infrastrukturen genutzt werden können, ist der Investitionsbedarf immens hoch. Um überhaupt einen flächendeckenden Ausbau rechtfertigen und finanzieren zu können, muss die Auslastung des geschaffenen Netzes bei 40 % bis 60% und darüber liegen. Noch keinen Internetanschluss?

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70 bis 80 Milliarden Euro für flächendeckendes Glasfasernetz nötig

Ländlicher Raum besonders betroffen – verschiedene Varianten einer möglichen Finanzierung

Außerhalb von Ballungsgebieten sind besonders hohe Investitionen nötig, da dort oftmals nicht einmal auf bestehende Strukturen oder Leerrohre zurückgegriffen werden kann. Ein Angebot zu den gängigen Preisen ist hier kaum möglich, zu hoch sind die Kosten für den Netzausbau, zu gering die Einnahmen über die Endkunden. Was tun? eine Möglichkeit ist es, den Kunden in ländlichen Gebieten höhere Preise für einen Anschluss zu berechnen. Hier kommt man allerdings schnell auf einen monatlichen Preis von 70 € oder mehr für einen NGA-Anschluss (Next Generation Access). Ein Preis, den kaum jemand in Kauf nehmen möchte. Eine weitere Variante wäre es, Kunden in entsprechenden Regionen mit einer einmaligen Zahlung von 100 – 2.000 € am Ausbau zu beteiligen, wie es die Telekom bereits einmal gefordert hat – schließlich zahlt der Hauseigentümer ja auch für einen Stromanschluss, Wasseranschluss, Gasanschluss usw. für die einmalige Erschließung. So kommt man mit der externen Subventionierung auf ca. 14 Milliarden Euro, um den Ausbau auch in weniger lukrativen Regionen zu ermöglichen. Eine andere denkbare Alternative ist, dass Anbieter generell einfach bei jedem NGA-Kunden, egal ob ländliches Gebiet oder nicht, einen Aufschlag von wenigen Euro im Monat berechnen könnten, um damit gezielt den Breitband Internet Netzausbau in abgelegenen Regionen zu bewerkstelligen. Was ins Zukunft aus der Vision des flächendeckenden Glasfasernetzes wird ist fraglich, aktuell wird sich ein solcher Ausbau in Deutschland aber für keinen Anbieter lohnen. Die großen Anbieter setzen daher auf einen Netzausbau per Funk, in dem Fall über den neuen Standard LTE (Long Term Evolution) – so zum Beispiel Vodafone LTE, Telekom LTE oder O2 LTE. Vodafone LTE gibts schon mit bis zu 50 Mbit/s über Funk, das ist schon so schnell, wie der schnellste VDSL Anschluss – nur etwas teurer und mit Drosselung der Geschwindigkeit ab einem gewissen Datenvolumen im Monat.

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2011-10-29T08:26:00+00:00 / 2016-05-29T23:12:42+00:00 / Allgemein (Beratung)

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Letztes Update dieser Seite: 29. Mai 2016