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Stiftung Warentest testet Online-Videotheken: maxdome Testsieger

Die Stiftung Warentest hat im aktuellen Heft 08/2012 Anbieter von Online-Videotheken getestet. Für den Test ausgewählt wurden insgesamt 9 überregionale Anbieter, welche mindestens 500 Kinofilme für den Massengeschmack anbieten, an keinen speziellen Internet-Provider gebunden sind und entweder über eine Set-Top-Box / Smart-TV (7 Anb.) oder über den PC nutzbar sind (2 Anbieter).

Filmauswahl als Kriterium bei Bewertung von Online-Videotheken durch Stiftung Warentest

“Testsieger” in der Summe aller Prüfkriterien wurden jeweils mit einem “Befriedigend” das Video-on-Demand-Angebot maxdome der ProSiebenSat1 Media AG (Note 3,2) sowie Videoload von der Deutschen Telekom (Note 3,0). Letzteres wurde nur auf dem Computer getestet, die Stiftung Warentest räumt jedoch ein, dass diese Online-Videothek gleichermaßen für Kunden des IPTV-Angebotes Entertain der Telekom über den erforderlichen MediaReceiver nutzbar ist. Für die Bewertung der Filmauswahl wurden zuvor 100 Filmtitel festgelegt, ein Drittel davon aktuelle Blockbuster und zwei Drittel ältere Kinoklassiker. Keiner der getesteten Anbieter hatte alle Filme im Repertoire, bei maxdome konnten immerhin 48 der “Wunschfilme” direkt online ausgeliehen werden, bei der Telekom waren es 56 von 100 Filmen und damit sogar das zweitbeste Angebot. Mit insgesamt 72 von 100 gefundenen Filmen setzte sich Apple TV bzw. iTunes an die Spitze in der Film-Auswahl, Serien bietet Apple dafür nur als Kauf-Versionen an und nicht zum Leihen.

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Stiftung Warentest testet Online-Videotheken: maxdome Testsieger

Bei Bildqualität gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Leihangeboten

Neben Angebotsumfang (35%) und Abwicklung des Ausleihprozesses (40%) flossen in die Test-Bewertung auch zu einem Viertel die Bildqualität und Tonqualität der Dienste ein. Besonders schlecht schnitt hier “Lovefilm”, die Online-Videothek des Versandhändlers Amazon.de ab. Die Bild-Qualität dieses Dienstes sei “zum Weggucken” und käme nicht einmal an die Detailtreue einer DVD heran, von hochauflösenden (HD) Bildern einer BluRay-Disc sei man bei “Lovefilm” Welten entfernt. Aber auch die beiden Testsieger maxdome und Telekom-Videoload wurden nicht als gleichwertig zu einer Blu-Ray bewertet. Zum Zeitpunkt des Testes bot maxdome zudem auch lediglich Stereo-Ton und kein digitales Surround-Signal. Ein Fernsehbild in HDTV wird üblicher Weise mit einer Auflösung von 1080i ausgestrahlt, Blu-Rays erreichen nativ 1080p (Full-HD-Auflösung) – die Set-Top-Boxen von maxdome stellen die Inhalte z.Zt mit 720p bereit, also eigentlich nur “HD ready”. Eine höhere Auflösung ist jedoch ggf. über den Computer nutzbar, die Browser-Version von maxdome benötigt dafür den proprietären Player Microsoft Silverlight.

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Haupt-Zielgruppe der Online-Videotheken sind “Technikfreaks” mit schnellen Zugängen

Bemängelt werden durch die Stiftung Warentest insbesondere auch die “Lücken im Repertoire”, also dass von der zuvor bestimmten Filmliste nur einige Filme bei den Online-Videotheken zur Verfügung standen. Allerdings läßt sich über diese Vorauswahl an Filmen durchaus streiten: Kaum jemand wird Uralt-Schinken wie “Zurück in den Zukunft”, die ohnehin regelmäßig im Free-TV rauf und runterlaufen, allen Ernstes in einer Online-Videothek “vermissen”. Auch die im Vergleich gepriesene “Videothek um die Ecke” hat diese “Klassiker” nur deshalb noch im Programm, weil sie “damals” auf VHS oder DVD angeschafft worden sind und es auch keinen Sinn macht, sie auszumustern, solange sie noch abspielbar sind. Die Umsatz-Bringer dürften solche Filme kaum sein. Die Hauptzielgruppe einer Online-Videothek – das hat auch die Stiftung Warentest erkannt – sind “Technikfreaks”, die “Generation Internet”, die ohnehin ein Online-Magazin einer gedruckten Tageszeitung vorzieht und es daher auch naheliegt, eine Online- statt einer “Offline”-Videothek zu nutzen. Auch weisen die Tester darauf hin, dass der erforderliche Internetzugang in Großstädten meist schnell genug bzw. überhaupt verfügbar sei (z.B. VDSL 50), dies auf dem Land aber nicht der Fall ist. Nur hinkt dann genauso der Vergleich mit einer klassischen Videothek, da diese auf dem Lande genausowenig “um die Ecke” zu finden sein dürfte und damit zu den vermeintlich günstigeren Leihgebühren noch Spritkosten, Fahrtzeit etc. hinzukommen. Gerade für Kunden auf dem Land kann also die Nutzung einer Online-Videothek eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis darstellen. Man muss sich aber natürlich ggf. damit abfinden, dass das nötige “Vorladen” eines Filmes (Download auf Festplatte) bis zum Anschauen mit einem langsamen Internetzugang einige Stunden dauern kann.

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Wichtige Angebote nicht getestet: Videoload über Media Receiver sowie Vodafone Videothek

Die Aussagekraft des Tests wurde zudem durch die selbst-gesetzten Rahmenbedingung der “Provider-Unabhängigkeit” verfälscht und damit z.B. Telekom-Videoload nur als Browser-Version getestet, obwohl es üblicher Weise von Kunden mit einem Entertain-Anschluss der Telekom genutzt wird. Andere Produkte wie Vodafone-TV bzw. die Vodafone-Videothek, die nur über einen Vodafone-Anschluss (DSL plus TV Paket) nutzbar sind, wurden gleich ganz “unterschlagen”.

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2012-07-29T23:15:31+00:00 / 2016-09-16T17:33:39+00:00 / Allgemein (Beratung)
Letztes Update dieser Seite: 16. September 2016