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Netzneutralität in Deutschland: Kabelanbieter wollen mitkassieren

Wie heute der Focus berichtet, wollen auch die Kabelanbieter “abkassieren”, wenn es um den bevorzugten Transfer von Daten geht. Bereits seit einigen Wochen geht in Deutschland die Diskussion zum Thema Netzneutralität um, also die Gleichbehandlung aller im Internet übertragenen Daten – egal ob Texte, E-Mail, Musik, Videos oder legale / illegale Downloads.

Netzneutralität könnte bald der Vergangenheit angehören – Kabelanbieter wollen kassieren

Egal ob Kabelanbieter, oder auch DSL Anbieter wie Telekom und Vodafone – wenn es um die Netzneutralität geht, sind sich alle Anbieter mehr oder weniger einig. Attraktiver für die Netzbetreiber wäre es, wenn sie für den bevorzugten Transfer von Daten kassieren könnte. Und diese Gebühren soll nicht der Kunde tragen, sondern der Anbieter, welcher die Inhalte bereitstellt – also z.B. Youtube. Bereits Anfang August hatten wir darüber berichtet, dass Google / Youtube in Verhandlungen mit den Telekommunikationsanbietern / Kabelanbietern steht, für die bevorzugte Durchleitung eine extra Gebühr zu zahlen – welche über eigene Werbeeinnahmen etc. gedeckt werden könnte. Den Kabelanbietern kommt das nur Recht. Peter Charissé, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Kabelnetzbetreiber, sagt dazu ggü. dem Focus bzw. der Berliner Zeitung: „Wir benötigen eine Kostenbeteiligung von Anbietern, die starken Datenverkehr verursachen“. Und mit der Forderung stehen die Kabelanbieter nicht allein da, denn auch der Bundesverband der Breitbandkommunikation ist dafür und meint, dass eine Kostenbeteidigung sicher stelle, dass sich die Investitionen für die Netzbetreiber und Kabelanbieter auch lohnen – denn über die ständig sinkenden Grundgebühren vom Kunden lassen sich die Netze wohl allein nicht mehr finanzieren.

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Kabelanbieter und Verbände sehen eine gestaffeltes Kostenbeteiligung als fair an

Laut Aussage der Kabelanbieter und der Verbände wäre ein gestaffelte Kostenmodell denkbar, also bei dem mit stark zunehmenden Datenvolumen auch die Kostenbeteiligung steigt. Die Verbände halten aber eine “Bagatellgrenze” für wichtig, damit kleinere Firmen und Start-Up Unternehmen nicht durch eine zusätzliche “Internet-Maut” kosten zu tragen hätten und damit einen schwereren Start hätten. Bei geringen Datenmengen sollen also weder Kosten anfallen, noch die Daten benachteiligt übertragen werden. Netzneutralität wäre dass aber dennoch nicht mehr, könnte aber zu stabilen Preisen bei den Endkunden führen. Gerade auch bei mobiler Datenübertragung wie HSDPA / UMTS oder auch bei der neuen Technologie LTE (z.B. Vodafone LTE)  ist die Datenmenge nicht unwesentlich für die Kosten verantwortlich, und wenn Kunden günstige Preise wünschen, kann dies nur über eine Kostenumlage auf die Inhalte-Anbieter erfolgen.

2010-08-26T09:29:12+00:00 / 2016-05-29T23:12:17+00:00 / Allgemein (Beratung)

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Letztes Update dieser Seite: 29. Mai 2016