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Debatte um “Zwangs-Set-Top-Boxen” bei deutschen Kabelanbietern

Im der aktuellen Ausgabe des Digitalmagazins ist ein Interview mit Claus Wedemeier (Referent für den Bereich Multimedia beim GdW Bundesverband dt. Wohnungs- / Immobilienunternehmen e.V.) zu finden, bei dem es um die Debatte zur “Zwangs-Set-Top-Box” bei einigen der Kabelanbietern geht. Diese “Wettbewerbswidrige Kundenbindung” sei im Visier des Kartellamts.

Kritik an “Zwangs” Set-Top-Boxen der Kabelnetzbetreiber nimmt weiter zu

Die “Zwangs” Set-Top-Boxen der deutschen Kabelanbieter / Kabelnetzbetreiber sind schon lange in der Kritik, doch diese nimmt immer weiter zu. Claus Wedemeier bezeichnet das ganze jetzt sogar als „wettbewerbswidrige Kundenbindung“. Denn immer mehr Kabelkunden, die Digital TV nutzen möchten, müssen eine Set-Top-Box des Kabelanbieters kaufen oder mieten. Das Bundeskartellamt ermittelt sogar schon in diesem Thema “Zwangs-Set-Top-Box”. Es könnte passieren, dass das Bundeskartellamt die Kabelanbieter und Pay TV Anbieter wie Sky dazu zwingen könnte, künftig das Programmangebot auf allen handelsüblichen Geräten mit einer gängigen Schnittestelle (z.B: CI / Common Interface) freizugeben – im Sinne aller Kabelkunden und PayTV Kunden in Deutschland.

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Aktueller Status: Für den Empfang digital verschlüsselter Programme oft Zwangsbox nötig

Aktuell ist es bei vielen Kabelanbietern und Pay TV Anbietern so, dass für den Empfang der digital verschlüsselten Programme eine Set-Top-Box des jeweilgen Anbieters genutzt werden muss. Hintergrund ist, dass die verschiedenen Anbieter der digitalen TV Inhalte unterschiedliche Verschlüsselungssysteme einsetzen. Die Kunden haben sich mittlerweile daran gewöhnt, für den Digital Empfang eine Set-Top-Box des jeweiligen Herstellers kaufen oder mieten zu müssen, so Claus Wedemeier gegenüber dem Digitalmagazin. Gerade bei den Kauf-Set-Top-Boxen ist das für die Kunden ärgerlich, die z.B. in ein anderes Bundesland umziehen, wo ein anderer Kabelanbieter zuständig ist (z.B. von Berlin mit Kabel Deutschland nach Stuttgart mit Kabel BW). Vorteil für den Kabelnetzbetreiber hingegen ist, dass man den Empfang von verschlüsselten Programmen beim Kunden besser steuern und gewährleisten kann. Ideal wäre ein einheitlicher Verschlüsselungsstandard für alle Kabelanbieter und Pay TV Anbieter.

Vorbild könnte der individuelle Satellitenempfang sein (Fernsehen per Satellit)

Laut Claus Wedemeier könnte das beste Modell so aussehen, wie beim Satellitenempfang (Fernsehen per Satellit). Dadurch, dass dort die digitalen Fernsehprogramme unverschlüsselt übertragen werden, kam es zur Ausbildung eines “freien Boxenmarktes” – also zahlreiche Hersteller haben Set-Top-Boxen entwickelt und der Kunde hat eine große Auswahl an Modellen – vom günstigen Einstiegsmodell bis hin zu teuren Set-Top-Boxen mit Twin Receiver und Festplattenfunktion. Beim Satellitenfernsehen war daher die Bereitschaft vieler Kunden, von analogem Fernsehen auf digitales Fernsehen zu wechseln wesentlich höher, als dies aktuell noch bei Digital TV über Kabel der Fall ist. Für Pay TV Sender sollte es einen einheitlichen Verschlüsselungsstandard geben. Nur so ist gewährleistet, dass wenn Kunden sich z.B. einen neuen Fernseher mit integriertem Kabeltuner (DVB-C) kaufen, diesen dann zum Beispiel auch ohne zusätzliche Set-Top-Box, die dann nur im Wege steht,  zu nutzen.

2010-08-27T16:40:45+00:00 / 2016-09-22T00:07:34+00:00 / Allgemein (Beratung)

3 Gedanken zu „Debatte um “Zwangs-Set-Top-Boxen” bei deutschen Kabelanbietern“

  1. Die Kabel-Receiver von Kabel BW gehen sehr schlecht. Die Internet-Foren sind voll mit Beschwerden der Nutzer im KabelBW Forum. Es ist eine bodenlose Frechheit, was KabelBW sich da erlaubt.

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Letztes Update dieser Seite: 22. September 2016