Anbieter

Internet und Fernsehen wachsen zusammen: Hybridfernsehen auf IFA

Gestern hat die IFA 2010 (Internationale Funkausstellung) in Berlin begonnen. Wie jetzt der Focus sowie die Süddeutsche Zeitung berichten, startet auf der diesjährigen IFA ein neuer Versuch, dass Internet und Fernsehen zusammen wachsen. Die Rede ist von Hybridfernsehen (HbbTV = Hybrid Broadcast Broadband Television), welches herkömmliches und Internetfernsehen verbindet.

Gerätehersteller (TV / Receiver) und Fernsehsender unternehmen neuen Anlauf für HbbTV

Auf der IFA 2010 in Berlin, die vom 03. bis 08.09.2010 stattfindet, unternehmen Fernsehsender und Gerätehersteller für TV Geräte und Receiver erneut einen Anlauf, beim Thema HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband Television) weiter voran zu kommen. HbbTV steht für Hybridfernsehen und soll das herkömmliche Fernsehen via Kabelanschluss oder Satellit und das moderne Internetfernsehen zusammenführen. Das Konzept von HbbTV bzw. Hybridfernsehen ist denkbar einfach: ein Knopf auf den “Red Button” / roten Knopf der Fernbedienung soll ausreichen, alle Zusatzangebote zum TV Programm direkt aus dem Internet auf den Fernsehbildschirm zu holen (z.B. Details zur laufenden Sendung oder interaktive Mitmach-Dienste). Zusätzlich soll die rote Taste auf der Fernbedienung bie HbbTV auch Videos auf Abruf ermöglichen und den Zugriff auf die Mediatheken der Fernsehsender gewähren. Doch noch stößt die neue Hbb TV Technologie auf Hindernisse.

Fernsehen / TV per Internet und Kabel mit Hybridfernsehen (HbbTV)

Neuer Standard HbbTV wird schon von einigen Fernsehsendern unterstützt

In Deutschland unterstützen bereits zahlreiche Fernsehsender den neuen HbbTV Standard für Hybridfernsehen, unter anderem die öffentlich-rechtlichen TV Sender ARD, ZDF und Arte sowie die privaten Fernsehsender RTL, Pro7 und Sat1. Mit HbbTV / Hybridfernsehen können die Zuschauer bei einigen der Fernsehsender noch einige Tage nach Erstausstrahlung die Sendungen noch über das TV Archiv abrufen, ohne dass man die Sendungen selbst aufnehmen muss / musste. Zusätzlich unterstützt HbbTV / Hybridfernsehen auch eine individuelle Programmvorschau mit dem TV Programm der nächsten Tage oder Wochen. Auf der jetzt in Berlin stattfindenden IFA stellen nun erste TV Sender und Gerätehersteller für Fernseher und Receiver, wie diese sich die Zukunft von Hybridfernsehen / hybrides Digitalfernsehen vorstellen.

HbbTV / Hybridfernsehen benötigt spezielle SetTop Box oder Receiver mit HbbTV Funktion

Um Hybridfernsehen / HbbTV nutzen zu können, benötigen Zuschauer einer spezielle SetTop Box, welche das digitale TV Signal per Satellit, Kabelfernsehen oder DVB-T Fernsehen mit dem Internetanschluss des Kunden (z.B. DSL Anschluss, Kabel Internet oder Vodafone LTE) zusammenführt. In der Praxis funktioniert laut Focus Bericht das neue Hybridfernsehen (HbbTV) aber bisher nur über das digitale Satellitenfernsehen (DVB-S), da es bisher nur Sat-Set-Top-Boxen mit HbbTV Funktion gibt. Mittelfristig soll HbbTV Hybridfernsehen aber auch über DVB-T Antenne und über Kabelfernsehen funktionierten, hier ist aber die Mitarbeit der Kabelanbieter gefragt. Den die Kabelnetzbetreiber wie Kabel Deutschland, KabelBW, Unitymedia, Telecolumbus, Primacom usw. müssen ihre Digital-Receiver für den Fernsehempfang entsprechend mit einer HbbTV Funktion ausrüsten. Bei Kabel Deutschland sei dies z.B. nicht in der aktuellen Prioritätenliste, weil man sich dort erst einmal um eigene PayTV Angebote und Video on Demand (Videothek) kümmern würde.

Zweiter Anlauf von Hybridfernsehen – nachdem MHP (Multimedia Home Platform) gescheitert ist

Bereits vor etwa 10 Jahren gab es mit der Multimedia Home Platform (MHP) einen ersten Versuch für hybrides Fernsehen und digitale Mehrwertdienste. MHP hat sich allerdings nicht durchgesetzt und mittlerweile sind die meisten Projekte rund um MHP wieder eingestellt. Ein Grund für das Scheitern von MHP war mit Sicherheit, dass früher und bis vor kurzem die Internetbandbreiten nicht ausreichend waren, um vernünftige Mehrwertdienste für den Zuschauer zur Verfügung zu stellen. Außerdem gab es langwierige Diskussionen über die Lizenzgebühren von MHP / Multimedia Home Platform. HbbTV bildet nun im Prinzip einen “zweiten Anlauf” für Hybridfernsehen und Mehrwertdienste für den Fernsehzuschauer – mit hoffentlich mehr Zukunft, als MHP.

Telekommunikationsanbieter in “Lauerstellung” – Telekom mit Entertain erstes IPTV Angebot

Die großen Telekommunikationsanbieter sind schon in “Lauerstellung” und wollen Ihre schnellen Breitband Internet Verbindungen wie DSL oder Kabel Internet mit dem Fernsehen verbinden. Als erstes integriertes Angebot startete hierbei vor 3 Jahren auf der IFA das IPTV Angebot der Telekom mit Telekom Entertain. Dabei erhält der Kunde ein Komplettpaket aus Telefon, Fernsehen und Internet, welches bisher schon etwa 1,3 Millionen Kunden in Deutschland fand. Als zweites startete Alice IPTV als zweites Angebot am deutschen Markt (zur Zeit etwa 40.000 Kunden). Noch Ende diesen Jahres will der zweitgrößte DSL Anbieter Deutschlands an den Start gehen, mit Vodafone IPTV. Der Anbieter 1&1 hat bereits seit einiger Zeit eine SetTop Box für die eigene Online-Videothek maxdom an den Start. Dieses Jahr wird sich zeigen, ob sich Hybridfernsehen / HbbTV auf breiter Front durchsetzten kann. Auf der IFA 2010 in Berlin sind bisher allerdings wenige Fernsehhersteller wie LG, Sony und Philips mit einigen Geräten zu finden, die schon HbbTV unterstützen (wo keine extra SetTop Box benötigt wird). Noch ist der Standard HbbTV noch frisch, vielleicht gibt es bei der IFA im nächsten Jahr schon ein breiteres Angebot.

2010-09-04T21:30:41+00:00 / 2017-10-04T01:31:35+00:00 / Allgemein (Beratung)

Ein Gedanke zu „Internet und Fernsehen wachsen zusammen: Hybridfernsehen auf IFA“

Kommentare sind geschlossen.

Letztes Update dieser Seite: 4. Oktober 2017